Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen über Wienerberger.
Wienerberger ist der einzige multinationale Anbieter von Ziegeln für Wand und Dach, sowie für Flächenbefestigungen aus Beton und für Rohrsysteme. Unter Berücksichtigung des Standorts in Indien sind wir derzeit mit insgesamt 221 Werken in 30 Ländern und vier Exportmärkten vertreten. Damit sind wir der größte Ziegelproduzent weltweit und die Nr. 1 bei Tondachziegeln in Europa. Weiters halten wir führende Positionen bei Betonsteinen in Zentral-Osteuropa und bei Rohrsystemen in Europa. Das Unternehmen hatte zum Jahresende 2012 eine Marktkapitalisierung von 814,3 Mio. € und notiert an der Wiener Börse (WIE).
Wand: Hintermauerziegel werden für tragende Außen- und Innenwände sowie für nicht-tragende Zwischenwände oder Ausfachungen verwendet. Ein Mauerwerk aus Hintermauerziegel ist nach dem Einbau üblicherweise nicht mehr sichtbar, da es verputzt oder verkleidet wird.
Fassade: Vormauerziegel finden ihren Einsatz in der sichtbaren Ziegelarchitektur: Fassaden und Innenwände werden aus diesen Ziegel gebaut oder verkleidet. Die Funktion der tragenden Wand übernehmen dabei Hintermauerziegel oder andere Baustoffe wie Beton oder Kalksandstein.
Dach: Tondachziegel werden vorwiegend zur Eindeckung von Steildächern eingesetzt. Sie schützen einerseits das Haus langfristig vor Witterung und sind andererseits ein wichtiges gestalterisches Element für den Architekten. Tondachziegel kommen nicht nur im Neubau, sondern mehrheitlich in der Renovierung bestehender Gebäude zum Einsatz.
Fläche: Flächenbefestigungen von Wienerberger werden entweder als Pflasterklinker aus Ton oder als Betonpflastersteine und -platten hergestellt. Ihren Einsatz finden diese Materialien rund ums Haus (für Zufahrten, Wege, Terrassen, Gartengestaltung) sowie im öffentlichen Bereich (Wege, Plätze und Fußgängerzonen).
Rohrsysteme: Rohrsysteme werden entweder in Form von keramischen Rohrsystemen (Steinzeug Gruppe), erzeugt aus Lehm, Wasser und Schamott, oder als Kunststoffrohrsysteme (Pipelife) angeboten. Rohrsysteme finden ihren Einsatz in Infrastrukturprojekten (insb. (Ab-) Wasserversorgung) sowie im Wohnbau als auch im Hochbau.
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Wienerberger hat im Geschäftsjahr 2012 mit der vollständigen Übernahme des Kunststoffrohrherstellers Pipelife den Schritt zu einem internationalen Systemanbieter von Baustoffen vollzogen, der die Geschäftsbereiche
Ziegel und Rohre & Pflaster vereinigt.
Wienerberger ist im Rahmen der Konzernberichterstattung in folgende Divisionen unterteilt (inklusive Informationen zum Umsatz in 2012):
Wienerberger ist in den letzten Jahren stark gewachsen und hat sich seit 1986 von einem lokalen Ziegelhersteller zum größten Ziegelproduzent weltweit und zur Nr.1 bei Tondachziegel in Europa entwickelt. Zusätzlich hält Wienerberger führende Positionen bei Betonsteinen in Zentral-Osteuropa und bei Rohrsystemen in Europa. Seit 1986 ist die Anzahl der Produktionsstätten von 11 auf 221 Werke in 30 Ländern in Europa und Nordamerika gestiegen. 1999 verstärkte Wienerberger ihr Wachstum und wurde durch die Akquisition von General Shale in den USA zum Global Player.
Die letzten Jahre waren bei Wienerberger vor allem durch ein schwieriges Marktumfeld im Wohnungsneubau und den Fokus auf Cash-Generierung geprägt. Als Folge der weltweiten Finanzkrise 2009 wurden umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen umgesetzt, wodurch rund 200 Mio. € an Fixkosten eingespart, das Working Capital deutlich reduziert und das Unternehmen sukzessive entschuldet werden konnten. Nach Abschluss der Restrukturierungsphase erfolgte die strategische Neuausrichtung von einem vor allem expansionsgetriebenen zu einem stark auf organisches Wachstum ausgerichteten, marktorientierten Unternehmen. Im Zentrum unseres Handelns steht dabei unser Kunde, für welchen wir durch innovative, hochwertige und anwenderorientierte Systemlösungen Mehrwert schaffen wollen. Umfassende Beratungs- und Serviceleistungen für unsere Kunden, die schon bei der Planung von Projekten beginnen, sind wesentlicher Bestandteil unserer verstärkten Vertriebsaktivitäten. Ziel ist es, in allen Märkten, in denen wir präsent sind, unsere führende Position zu halten bzw. weiter auszubauen.
Um die Abhängigkeit vom Wohnungsneubau mittelfristig zu reduzieren, wurde in den letzten Jahren auch eine Verbreiterung des Kerngeschäfts durch eine stärkere Ausrichtung auf die Bereiche Renovierung und Infrastruktur angestrebt. In diesem Zusammenhang ist unser Engagement im Bereich Rohrsysteme zu sehen. 2010 wurde Steinzeug-Keramo, Marktführer bei keramischen Rohren in Europa, übernommen. Im Jahr 2012 hat die Wienerberger Gruppe mit der vollständigen Übernahme von Pipelife, einem der führenden europäischen Kunststoffrohrhersteller, den Schritt zu einem internationalen Systemanbieter von Baustoffen vollzogen. Beide Unternehmen konnten zu vergleichsweise niedrigen Multiples übernommen werden und sind mit einem CFROI, der klar über der internen Hurdle Rate von 11,5 % liegt, stark wertschaffend. Durch diese Verbreiterung des Kerngeschäfts konnte die Abhängigkeit vom konjunktursensiblen Wohnungsneubau von zuvor rund 70 % am Umsatz auf etwa 60 % reduziert werden. Damit hat sich Wienerberger ein zweites wichtiges strategisches Standbein geschaffen, welches auch mittel und langfristig über nachhaltiges Wachstumspotenzial verfügt.
Im strategischen Fokus bleibt auch weiterhin finanzielle Disziplin sowie die Erhaltung einer starken Kapitalstruktur. Trotz der Übernahme von Pipelife konnten wir im Berichtsjahr die Entschuldungsdauer mit 2,2 Jahren unter dem von uns intern angestrebten Zielwert von 2,5 halten. Die Emission einer weiteren Anleihe im Jänner 2012 über 200 Mio. € zielte darauf ab, die Liquiditätsreserven zu erhöhen und die Fälligkeitsstruktur weiter zu optimieren. Die Aufrechterhaltung und Absicherung der starken Kapitalstruktur von Wienerberger bleiben ein zentrales Ziel, welches wir durch proaktives Management der Liquidität und des Fälligkeitsprofils auch zukünftig weiterverfolgen werden.
Wienerberger ist in den Bereichen Wand- und Dachlösungen Hintermauerziegel, Vormauerziegel und Tondachziegel) sowie Rohrsysteme und Freiflächenlösungen (Kunststoffrohre, keramische Rohre und Betonsteine) tätig, welche nach Regionen divisional gesteuert werden (Ziegel Europa, Rohre & Pflaster Europa sowie Nordamerika). Quer über alle Divisionen hinweg verfügt die Wienerberger Gruppe bei einer entsprechenden Markterholung im Wohnungsneubau über ein mittel- bis langfristiges EBITDA Potenzial von etwa 600 Mio. €.
Die Gesamtinvestitionen stiegen im Jahr 2012 aufgrund der Übernahme von Pipelife auf 268,7 Mio. € (Vorjahr: 151,7 Mio. €) an. Darin sind Wachstumsinvestitionen von
163,4 Mio. € (Vorjahr: 55,9 Mio. €) enthalten, wovon 146,6 Mio. € den Erwerb des restlichen 50 %-Anteils der Pipelife betreffen. Auf Normalinvestitionen, die neben Instandhaltung auch Aufwendungen für technische Neuerungen sowie für Produktionsanlagen für hochwertige Produkte enthalten, entfielen 105,3 Mio. € (Vorjahr: 95,8 Mio. €) oder 54 % der laufenden Abschreibungen (Vorjahr: 52 %). Von den Gesamtinvestitionen entfielen im Berichtsjahr 24 % auf die Division Ziegel Europa, 68 % auf Rohre & Pflaster Europa, 6 % auf Nordamerika und 2 % auf Holding & Sonstiges.
Mit dieser Transaktion sind wir – gemeinsam mit unserer Tochter Steinzeug-Keramo, die eine führende Position bei keramischen Rohren hält – zu einem der wichtigsten Player im Bereich Rohrsysteme in Europa aufgestiegen. Für die Weiterentwicklung des Konzerns bedeutet dies nicht nur eine geringere Abhängigkeit vom konjunktursensiblen Wohnungsneubau, sondern auch weiteres nachhaltiges Wachstumspotenzial. Kunststoffrohre gewinnen kontinuierlich Marktanteile gegenüber Konkurrenzprodukten aus Metall und Beton und wachsen damit schneller als der Markt. Darüber hinaus wollen wir das Geschäft durch die Integration von Pipelife vor allem in den Bereichen Gebäude- und Elektroinstallationen aktiv weiterentwickeln. Dazu werden wir sowohl die Innovationskraft als auch die starken Marktstrukturen von Pipelife und Wienerberger nutzen, um zukünftig Wachstum zu realisieren und gemeinsam noch schlagkräftiger am Markt aufzutreten. Mit dieser Übernahme setzen wir ganz im Sinne unserer nachhaltigen Wachstumsstrategie eine unmittelbar wertschaffende Investition um. Da Pipelife zuvor at-equity konsolidiert war, werden sich der Umsatz der Wienerberger Gruppe pro Jahr um rund 800 Mio. € bzw. etwa ein Drittel und das EBITDA um mehr als 20 % bzw. rund 70 Mio. € erhöhen. Der Kaufpreis für den ausstehenden 50%-Anteil beträgt 162 Mio. €.
Generell besteht die Ziegel- und die Dachziegelindustrie aus lokalen Produzenten, die den regionalen Markt versorgen. Es gibt einige regionale Hersteller und nur sehr wenige internationale Produzenten.
Das Ziegelgeschäft benötigt hohe Erstinvestitionen und relativ niedrige Erhaltungsinvestitionen. Es ist eine saisonabhängige Industrie, mit geringeren Absätzen während der Wintermonate. Das Hauptmarktsegment der Produkte des Konzerns (ca. 70 % vom Umsatz; nach Abschluss der Pipelifeübernahme rund 60 % vom Umsatz) ist die Errichtung neuer Wohngebäude. Die Verwendung der Produkte ist von der Tradition sowie von der Verfügbarkeit von Rohmaterialien und vom Klima abhängig. Hochbau (z.B. Bürogebäude und öffentliche Gebäude) sowie Renovierungen und Investitionen in die öffentliche Infrastruktur machen durch die renovierungsbedingte Krisenresistenz des Dachgeschäfts, den Ergebnisbeitrag von Steinzeug-Keramo und den zukünftigen Umsatzbeitrag von Pipelife einen steigenden Anteil des Konzernumsatzes aus.
Substitutionsprodukte zu Ziegel sind Gasbeton oder Kalkstein. Bei Hintermauerziegel ist Wienerberger der größte Produzent weltweit und hat keine Konkurrenz durch internationale Konzerne - Konkurrenten in der Ziegelindustrie sind hauptsächlich Familienbetriebe. Bei Vormauerziegel ist Wienerberger die Nummer eins in Europa. Konkurrenten sind CRH und Hanson (HeidelbergCement) sowie Familienbetriebe. In den USA steht Wienerberger gemeinsam mit Boral an der Spitze der Ziegelindustrie. Andere größere Konkurrenten sind ACME, CRH und Hanson (HeidelbergCement). Die fünf größten Anbieter machen zwei Drittel des Vormauerziegelmarktes in den USA aus.
Bei Dachziegel konkurriert der Konzern mit Herstellern von Ersatzprodukten für Steildächer wie Metallabdeckungen, Asphaltschindeln oder Naturstein und anderen Produzenten von Tondach- oder Betondachziegel. Konkurrenten von Wienerberger in diesem Produktbereich sind Monier und Etex (Unternehmen auf weltweiter und europäischer Ebene) sowie Imerys und Terreal (beide in Frankreich und in Nachbarländern). In der Dachziegelindustrie ist die Konsolidierung weiter fortgeschritten als in der Ziegelindustrie.
Nachfragetrends werden am besten durch den Wohnbau illustriert, der für den Großteil der Hintermauerziegel- und Vormauerziegelnachfrage verantwortlich ist. Der Rest wird durch Nachfrage bei kommerziellen und öffentlichen Gebäuden und Renovierungen bestimmt. Durch ihre Abhängigkeit vom Wohnbausektor ist die Ziegelindustrie von makroökonomischen Komponenten wie BIP, Konsumentenvertrauen und zu einem geringeren Maß von langfristigen Zinssätzen (d.h. Hypothekarzinsen) abhängig. Zusätzlich ist das Wetter ein wichtiger externer Faktor, der die Nachfrage beeinflusst, da schlechtes Wetter einen negativen Einfluss auf die Möglichkeit hat, Häuser zu bauen.
Überdurchschnittliches Wachstum wird in den kommenden Jahren vor allem in den Bereichen Regenwasser- und Wassermanagement durch den Renovierungsbedarf der Versorgungsnetze in Westeuropa und den Nachholbedarf in Osteuropa erwartet. Weiters wird die Nachfrage nach Strom und Breitband den Bedarf an Rohren für Kabel- und Elektroinstallationen heben. Kunststoffrohre gewinnen zudem kontinuierlich Marktanteile gegenüber Konkurrenzprodukten aus Metall und Beton und wachsen damit schneller als der Markt.