brick'06 - Die Siegerprojekte
Die von der fünfköpfigen Jury ausgezeichneten Projekte stehen beispielhaft für die Vielfalt der in den letzten Jahren entstandenen Ziegelbauwerke.
Siegerprojekt: Ferenc Cságoly und Ferenc Keller, Wohnhaus in Pécs
SiegerprojektDas Siegerprojekt, ein Wohn- und Bürokomplex der ungarischen Architekten Ferenc Cságoly und Ferenc Keller, integriert sich gekonnt in seine historische Umgebung in Pécs. Es überzeugt durch seine intelligente, wie sensible Auseinandersetzung mit dem Standort, die schließlich zu einer überaus gelungenen Lückenverbauung führte. Das 2004 fertig gestellte Gebäude ist keineswegs nur ein Beispiel für die ausschließliche Verwendung von Ziegel. Vielmehr geht es darum, welchen wesentlichen Beitrag Ziegel zur Umsetzung architektonischer Ziele zu leisten vermag. Die Ziegelfassade verdeutlicht, wie sich die beiden Architekten diesem spezifischen Baumaterial nähern, und es schaffen, mit ihm eine subtile Bilderwelt zu kreieren.
Zweiter Platz: José Ignacio Linazasoro, Umbau einer Kirche in eine Bibliothek in Madrid
Zweiter PlatzDen zweiten Platz vergab die Jury an den spanischen Architekten José Ignacio Linazasoro für seinen Umbau der Kirche von San Fernando zu einer Bibliothek. Die Kirche, oder bessere gesagt die Ruine, befand sich an der Südseite der Plaza Agustín in Lavapiés, einem der ältesten Stadtvierteln Madrids. José Ignacio Linazasoro baute die Kirche zu einer Bibliothek um und ergänzte sie mit einem Neubau für Seminar- und Hörsäle. Das Umbaukonzept zeigt sich in seiner Kulmination in der Ziegelfassade zur Plaza Agustín. Das Projekt zeigt in herausragender Weise, wie Kontinuität und Brüche in Geschichte, Technik und ästhetischem Empfinden eine absolut selbstverständliche, neue Einheit bilden können.
Dritter Platz: Jan Soukup und John Pawson, Neubau einer Kirche in Novy Dvur
Dritter PlatzDie beiden Architekten Jan Soukup und John Pawson überzeugten die Jury durch den Neubau des Nordflügels des Trapistenklosters in Novy Dvur, Böhmen. Während der Um- und Neubauarbeiten an dem ursprünglich 1750 errichteten Gebäude, wurde nur der Nordflügel mit der darin befindlichen Kirche, in einer vollständig anderen Form und Bauweise vom Rest der Anlage, errichtet: ein durch und durch modernes Gebäude , das dennoch der besonderen Widmung entspricht.Die Kirche ist außen völlig schmucklos, die strenge hohe Wand wird nur durch einige Lichtöffnungen in wenige Linien gegliedert. Die minimalistische Gestaltung der gesamten Anlage ermöglicht zauberhafte Lichtspiele und den Genuss von unerwarteten Lichteffekten.
Sonderpreis: Antonio Monestiroli, Erweiterung des Friedhofs von Voghera
SonderpreisZusätzlich zu den 3 Hauptpreisen wurden 2 Sonderpreise vergeben. Ein Sonderpreis ging an den italienischen Architekten Antonio Monestiroli für seine Erweiterung des Friedhofs von Voghera. Der neue Teil des Friedhofs, der auch 4.000 Grabnischen enthält, besteht aus Gebäudeteilen, die sich durch bewusst einfache und essenzielle architektonische Formen auszeichnen.
Sonderpreis: Ilse und Ulrich Königs, Errichtung der St. Franziskus Kirche in Regensburg
SonderpreisDen zweiten Sonderpreis vergab die Jury an die deutschen Architekten Ilse und Ulrich Königs für die Errichtung der St. Franziskus Kirche in Regensburg, Deutschland. Der freistehenden Turm und drei denkbar schlichte Quader für Pfarrhaus, Pfarrheim und Kirche bereiten nicht auf den überwältigenden Kirchenraum vor: die ellipsoide Form mit ihren eingeschnittenen Konchen, geneigte Wände aus geschlämmten Ziegeln, Buchenbänke und ein Boden aus schwarzgrünem Schiefer – ein Raum, der in sanfter Bewegung ist und den Betrachter doch verharren lässt.



