Baustelle, Mann arbeitet mit Laptop
#Digitalisierung

"Mit Digitalisierung eine vernetzte Welt schaffen"

Digitalisierung ist eine zentrale Säule von Wienerberger. Wie treibt das Unternehmen diese voran? Das verrät Jörg Reinold im Interview.

KME Studios

Von der vernetzten Planung bis zur Virtual Reality-App – die Digitalisierung betrifft alle Geschäftsbereiche bei Wienerberger. Was bedeutet Digitalisierung und Innovation für das Unternehmen?

Jörg Reinold: Für Wienerberger ist die Digitalisierung nicht nur ein vorübergehender Trend: Sie ist eine Notwendigkeit, um unser Geschäft noch nachhaltiger zu machen. Das startet beim Einsatz der Rohstoffe und geht über die Produktion bis zur Baustelle. Wir möchten Materialien und Produkte nachhaltig bereitstellen. Außerdem wollen wir durch die Digitalisierung Prozesse optimieren, um noch besser, effizienter und qualitativer zu bauen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Information, die wir aus der Digitalisierung gewinnen. Dabei denke ich an unsere „Smart Products“ – zum Beispiel Kunststoffrohre, die Daten über Wasserstände oder Regenmengen sammeln. Mit solchen Lösungen machen wir unsere Umwelt sicherer und erhöhen die Lebensqualität. Mit digitalen Technologien eine nachhaltigere, gesündere und bessere Welt zu schaffen: Das ist ein wesentlicher Ansporn für Wienerberger.

Jörg Reinold auf Balkon
Jörg Reinold, Chief Information und Digital Officer bei Wienerberger
Elke Mayr

Sie sind Chief Information & Digital Officer bei Wienerberger. Welche Schwerpunkte verfolgen Sie in Ihrem Tätigkeitsbereich?

Reinold: Wir arbeiten zum einen daran, die digitale Infrastruktur weiter auszubauen. Zum anderen geht es um die Transformation unseres Kerngeschäfts – also darum, Unternehmensabläufe zu digitalisieren, automatisieren und vereinfachen. Dadurch verändert sich auch die Interaktion mit den Kunden: Wir tauschen uns vermehrt über digitale Kanäle aus.

Der letzte Bereich ist der Blick in die Zukunft. Hier wollen wir eine Vision und einen Ausblick in neue digitale Geschäftsmodelle entwickeln und diese zusammen mit unseren Geschäftsbereichen umsetzen. Dazu gehört auch eine Portion Kulturveränderung. Denn ein digitales Unternehmen benötigt neue Fähigkeiten – zum Beispiel agile Führungsqualitäten und das flexible Einstellen auf neue Anforderungen.

„Mit unseren Lösungen machen wir unsere Umwelt sicherer und lebenswerter und erhöhen die Lebensqualität. Mit digitalen Technologien eine nachhaltigere Welt zu schaffen: Das ist ein wesentlicher Ansporn für Wienerberger.“

Jörg Reinold

Chief Information und Digital Officer bei Wienerberger

Für Wienerberger ist die digitale Transformation also viel mehr als die Einführung von digitalen Tools und Plattformen. Welche Chancen bringt sie mit sich?

Reinold: Ein großes Thema ist die Digitalisierung der Bauwirtschaft im Ganzen. Wir bei Wienerberger wollen zum Partner im gesamten Bau- und Gebäudelebenszyklus werden. Dafür braucht es digitale Lösungen und Services in der gesamten Wertschöpfungskette.

Außerdem müssen wir uns als Unternehmen fundiert für die Digitalisierung aufstellen, um eine zukunftsfähige Arbeitsumgebung mit modernen Arbeitsabläufen zu schaffen. Die verstärkte interne Vernetzung erfordert digitale Tools. Außerdem müssen wir Informationen bereitstellen, die zeigen, wie nachhaltig unsere Baustoffe, Lösungen und Produktionsstandorte sind. Dazu digitalisieren wir die physisch vorhandene Welt, um diese Daten dann nutzen zu können.

Wie profitieren die Beschäftigten und Partner vom digitalen Fortschritt bei Wienerberger?

Reinold: Wir können den Weg in die Digitalisierung nur gemeinsam mit unserem Team und unseren Partnern beschreiten. Unsere Partner sind oft kleine bis mittelgroße Betriebe. Wir wollen ihnen helfen, ihre Arbeitsabläufe zu vereinfachen. Sie sollen in der Nutzung unserer digitalen Services eine tatsächliche Verbesserung ihres täglichen Ablaufs erfahren. Die Digitalisierung erleichtert unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Arbeitsalltag – dazu kommen neue Arbeitsformen, etwa im Home Office oder unterwegs.

„Wir müssen Informationen bereitstellen, die zeigen, wie nachhaltig unsere Baustoffe, Lösungen und Produktionsstandorte sind. Dazu digitalisieren wir die physisch vorhandene Welt, um diese Daten dann nutzen zu können.“

Jörg Reinold

Chief Information und Digital Officer bei Wienerberger

An welchen spannenden Projekten arbeitet Wienerberger derzeit im Bereich Digitalisierung?

Reinold: Ein schönes Beispiel ist All4Roof, ein digitales Tool zur Dachplanung. Hier wird von der Planung bis zur Umsetzung jeder Schritt digital abgewickelt. Das ermöglicht dem Kunden – in diesem Fall dem Dachdecker – eine einfachere Projektdurchführung. Ein weiteres Beispiel ist BIM (Building Information Modeling): Dabei wird ein Gebäude in einer virtuellen Umgebung entworfen und visualisiert. Dieser Prozess optimiert die Planung und Ausführung von Gebäuden und ermöglicht es allen Beteiligten, gemeinsam daran zu arbeiten.

Wir denken auch darüber nach, einen digitalen Gebäudezwilling zu erstellen, den wir in Zukunft dem Hauseigentümer bei der Fertigstellung des Hauses übergeben. Wie in einem digitalen Baupass sind darin dann alle Informationen hinterlegt. Außerdem stellen wir Planungs-Apps bereit – wie zum Beispiel die Garden Planning App in Österreich. Diese haben wir für unsere Gartenplaner entwickelt, die die Eigenheimbesitzer bei der Gartenbewässerung unterstützen.

Was tut sich im Bereich Forschung und Entwicklung bei Wienerberger in puncto Digitalisierung?

Reinold: Ein Bereich mit Zukunft sind unsere digitalen Planungsmodelle. Mit Preflex Spider unterstützen wir den Elektriker beispielsweise bei der Planung der Elektroinstallation. Auf der Basis eines digitalen Plans werden vorverbundene Elektrorohre gefertigt und auf die Baustelle geliefert. Das erleichtert die Arbeit und spart Zeit auf der Baustelle.

Ein weiteres Thema ist das Gesamthauskonzept. Hier überlegen wir uns: Was ist nicht nur notwendig, um ein Haus zu bauen, sondern was braucht es für eine hohe Lebensqualität und einen nachhaltigen Lebensstil? Wir möchten mehr Effizienz und Nachhaltigkeit in den Lebensbereich bringen – sei es durch Wasser, das wiederverwendet werden kann, oder die Eigennutzung von Ressourcen, die am Grundstück zur Verfügung stehen.

„Wir möchten mehr Effizienz und Nachhaltigkeit in den Lebensbereich bringen – sei es durch Wasser, das wiederverwendet werden kann, oder die Eigennutzung von Ressourcen, die am Grundstück zur Verfügung stehen.“

Jörg Reinold

Chief Information und Digital Officer bei Wienerberger

Der Klimawandel stellt Unternehmen vor Veränderungen und neue Situationen. Wie reagiert Wienerberger darauf?

Reinold: Wir können mit digitalen Technologien auch die Sicherheit erhöhen. Es gibt zum Beispiel immer mehr Extremwettersituationen. Dazu stellen wir spezielle Lösungen bereit. Ein Beispiel ist das Regenwasser-Managementsystem Raineo®, das Hochwasserschäden vorbeugt und die wertvolle Ressource Trinkwasser schont. Es geht auch um die Stadtgestaltung – wie wir beispielsweise Überhitzung vermeiden. Und wie wir natürliche Ressourcen auch nutzen können, um daraus etwa wieder Energie zu gewinnen.

Wienerberger setzt schon heute mit unterschiedlichen Projekten wichtige Schritte für die Zukunft. Wo sehen Sie die Bereiche Digitalisierung und Innovation in fünf Jahren? Was wünschen Sie sich?

Reinold: Wienerberger steht seit 200 Jahren für Gestaltung von qualitativem Lebensraum. Für die Zukunft kann ich mir vorstellen, dass Wienerberger noch stärker für die Unterstützung eines nachhaltigen Lebensstils steht. Was ich mir wünsche? Aus meiner Sicht braucht es eine Art „Renaissance“. Bei der Renaissance ging es um den ganzheitlichen Ansatz. Wenn wir alle gesund und nachhaltig leben wollen, müssen alle Lebensbereiche vernetzt sein. Hier besteht noch Handlungsbedarf – in der Politik ebenso wie in unserer Gesellschaft.

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