Roboterarm hebt Ziegelsteine hoch
#Innovation

Drei neue Roboter für das Dachziegelwerk in Kanjiza

Im Dachziegelwerk Kanjiza in Serbien werden jetzt Dachziegel von Robotern präzise und effizient in Kassetten geschichtet und wieder entladen.

Lieven Sanders

Von der Künstlichen Intelligenz bis zur Automatisierung in der Produktion: Wienerberger setzt in seinen Werken auf Innovation und Digitalisierung. Das ermöglicht effizientere Prozesse und erhöht die Arbeitssicherheit. Ein Beispiel ist das automatisierte Be- und Entladen von Dachziegeln durch drei Roboter im nordserbischen Werk in Kanjiza.

Feuerfeste U-Kassetten als Träger der Dachziegel

Die feuerfeste U-Kassette ist eine Anwendung zum Brennen von Dachziegeln (neben der gebräuchlichen H-Kassette). Die Rohlinge werden stehend nebeneinander in einen U-förmigen Träger geschichtet und dadurch zusammengehalten. Im Dachziegelwerk von Wienerberger in Kanjiza wurde über viele Jahre jeder einzelne Dachziegel händisch in die U-Kassette auf dem Ofenwagen gestellt und nach dem Brennen wieder herausgenommen. Die Ziegel wurden anschließend kontrolliert, manuell verpackt und auf Paletten geladen.

Diese repetitive Arbeit ist für Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern körperlich sehr anspruchsvoll. Außerdem sprachen auch die Sicherheitsstandards bei Wienerberger immer mehr gegen die manuellen Prozesse. Innerhalb von nur zwei Monaten erfolgte daher eine Umstellung auf Roboter, die automatisiert arbeiten und nun die Dachziegel be- und entladen

Fabrikhalle für Ziegelsteine, zwei gelbe Roboterarme
Grün-gelbes Farbenspiel: So sehen die Roboter zur automatisierten Dachziegel-Be- und Entladung im Dachziegelwerk in Kanjiza, Serbien, aus.
Lieven Sanders

Automatisiertes Be- und Entladen von Dachziegeln durch Roboter

Ein Wechselspiel aus Gelb und Grün: So sieht die Arbeit der Roboter im Wienerberger Werk in Kanjiza aus. Der Greifer der grünen Maschine nimmt Dachziegel und legt sie in der U-Kassette ab. Die Metallfinger des Greifers öffnen und schließen sich und platzieren kontinuierlich einen Ziegel nach dem anderen. Zwei gelbe Roboter entnehmen den Kassetten anschließend die gebrannten Produkte und legen diese ab. „Die hier eingesetzten Roboter stoppen nie. Das ist das Neue und Besondere: Diese Vorgehensweise gibt es noch in keinem anderen Dachziegelwerk“, erklärt Lieven Sanders, Head of Technology  – Roof bei Wienerberger.

Die Roboter wissen genau, welche Position die U-Kassette im Ofen einnimmt. Auf Basis der übermittelten Informationen sind künftig weitere automatisierte Anwendungen denkbar – von der Anpassung der Rohstoffmenge und der Ofeneinstellungen bis hin zur automatisierten Qualitätskontrolle. „Mithilfe der Automatisierung werden die Prozesse und die Qualitätssicherung immer effizienter. Schon bald sollte es beispielsweise möglich sein, das Produkt auf der Palette mit einem Scanner zu lesen und so zu erfahren, wann es entstanden ist“, so Sanders.

Mithilfe der Automatisierung werden die Prozesse und die Qualitätssicherung immer effizienter. Schon bald sollte es beispielsweise möglich sein, das Produkt auf der Palette mit einem Scanner zu lesen und so zu erfahren, wann es entstanden ist.

Lieven Sanders

Head of Technology – Roof bei Wienerberger

Von längerer Laufzeit bis zu mehr Arbeitssicherheit

In Kanijza werden jährlich rund 37.5 Millionen Dachziegel produziert. Durch den Einsatz der Roboter kann die Anlage länger laufen und die Kapazität kurzfristig gesteigert werden. Arbeiten, die früher manuell umgesetzt wurden, erledigt die Maschine. Stillstände für Pausenzeiten entfallen, die Qualität ist höher und der Ausschuss geringer. „Dank der Roboter brauchen wir nun weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den eigentlichen Ablauf und setzen diese für andere Aufgaben ein. Sie sind etwa für die Überprüfung der Prozesse zuständig“, schildert Sanders.

Außerdem steigen die Sicherheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Durch das Wegfallen der repetitiven Arbeit werden Muskeln und Gelenke geschont. Und die Personen befinden sich nicht mehr in der Nähe der sich bewegenden Teile, was die Arbeitssicherheit erhöht. Da die Prozesse nun stabil laufen, hat das Team mehr Spielraum für Optimierungen: Ein Beispiel ist die Reduktion des Gewichts der Dachziegel. Dadurch lassen sich der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen weiter senken.

Dank der Roboter können wir nun unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für andere Aufgaben einsetzen, wie etwa für die Überprüfung der Prozesse.

Lieven Sanders

Head of Technology – Roof bei Wienerberger

Begrenzte Fläche als Herausforderung

Beim Automatisieren der Prozesse gab es auch Herausforderungen zu bewältigen: Eine davon war, auf der limitierten Fläche Platz für die Roboter zu schaffen. Nach den ersten Durchläufen musste zudem das Material der Maschinen ausgetauscht werden, damit es den Anforderungen standhält und nicht zu rasch verschleißt. „Wir haben ein Risiko auf uns genommen, indem wir etwas ganz Neues probiert haben. Dank unserer motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und mit ein bisschen Kreativität konnten wir die Anfangsschwierigkeiten gut überbrücken und ein tolles Projekt erfolgreich umsetzen“, erzählt Sanders.

Projekte wie die automatisierte Be- und Entladung von Dachziegeln durch Roboter sind wesentliche Schritte für die Zukunft und stellen die Innovationsführerschaft von Wienerberger sicher. Auf einer kleinen Fläche viele und kontrollierte Bewegungen mit hoher Geschwindigkeit zu machen – das macht die hier eingesetzten Roboter besonders innovativ. Diese neue Kapazität soll für künftige Projekte mitgenommen werden. 

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