In Europa und in immer mehr Teilen der Welt geht die Entwicklung weg von der linearen Wirtschaft hin zur Kreislaufwirtschaft. Mit welchen Maßnahmen fördern Sie dieses Konzept?
Scheuch: Der größte Teil unseres Geschäfts ist die Herstellung von Produkten aus Ton. Wir entnehmen der Erde Lehm, brennen ihn, formen Produkte und führen den Rohstoff am Ende in den Produktionsprozess zurück – das ist gelebte Kreislaufwirtschaft. Auch in allen weiteren Unternehmensbereichen verpflichten wir uns, dass ab 2023 neue Produkte vollständig recycelbar oder wiederverwertbar sind. Bei der Kunststoffrohrproduktion durch unsere Tochter Pipelife konnten wir bereits gute Erfolge beim Ausbau von Sekundärrohstoffen erzielen.
Auch Biodiversität ist ein großes Thema. Wie trägt wienerberger dazu bei, diese an den Produktionsstandorten zu erhalten oder wiederherzustellen?
Scheuch: Wer wie wienerberger an fast 200 Standorten in 29 Ländern tätig ist, muss Verantwortung für die Umwelt übernehmen. Wir halten die Auswirkungen des Rohstoffabbaus und der Produktion so gering wie möglich und engagieren uns für den Erhalt und die Verbesserung der Biodiversität. Aufgelassene Tongruben bieten ideale Rahmenbedingungen für die Ansiedlung seltener Pflanzen und Tiere. Bei der Umsetzung arbeiten wir mit lokalen Partnern wie der Landwirtschaft oder den Anrainerinnen und Anrainern zusammen. Um die Artenvielfalt zu fördern, ergreifen wir auch darüber hinaus Maßnahmen. Bis 2023 werden wir an allen unseren Standorten Programme zur Biodiversität umsetzen.
Wenn Sie in einem Satz zusammenfassen müssten, was wienerberger antreibt: Wie lautet dieser?
Scheuch: Letztlich geht es uns immer um eines: Die nachhaltig besten Lösungen zu entwickeln und anzubieten. Denn wir wollen, dass die Menschen auch in 200 Jahren noch von den von wienerberger geschaffenen Werten profitieren.