„Industrie 4.0 verspricht eine komplett vernetzte Produktion. Maschinen sind untereinander verbunden, Informationen werden weitergegeben und können lückenlos rückverfolgt werden“, erklärt Filipp Pühringer.
Der entscheidende Punkt: Die komplette Vernetzung ermöglicht eine umfassende Datensammlung. Und diese ist wiederum die Basis für die Erstellung von digitalen Zwillingen. Sie bilden die reale Produktion und Maschinen auf Basis von historischen Daten virtuell nach. Dadurch lässt sich das Verhalten der Gesamtanlage beschreiben.
Effizienter, nachhaltiger und kostengünstiger produzieren
Digitale Zwillinge können zudem mit aktuellen Messwerten aus der Anlage kombiniert werden. So lassen sich Vorhersagen treffen oder „Was-wäre-wenn“-Szenarien simulieren. In diesen virtuellen Versuchen können dann unzählige Optimierungsansätze durchgespielt werden, das System findet dabei automatisch und beinahe in Echtzeit die beste Lösung.
Machine Learning wird in dem Zusammenhang eine große Rolle spielen: Dabei verarbeitet das System Eingangs- und Zieldaten, erkennt Zusammenhänge und passt Parameter selbstständig so an, dass die Ergebnisse schrittweise optimiert werden.
Bis dahin ist es laut Filipp Pühringer jedoch noch ein weiter Weg: „Wir müssen den Einsatz von Machine Learning sorgfältig abwägen, weil damit auch viele Risiken verbunden sind. Für wienerberger ist deshalb der Human-in-the-Loop enorm wichtig: Der Mensch behält die Kontrolle über das System und greift ein, um die Qualität und Sicherheit unserer Produkte zu gewährleisten.“
Mit digitalen Zwillingen wird die Produktion präzise planbar, Ressourcen können effizient eingesetzt und Fehler reduziert werden. Das Ergebnis: optimaler Ressourceneinsatz, weniger Verschwendung, geringere Stillstandszeiten und weniger Ausschuss. Der optimierte Einsatz von Ressourcen und Energie wirkt sich zudem positiv auf die Umweltbilanz und letztlich auch auf die Kosten aus.
Vernetzung über die gesamte Wertschöpfungskette
Das Potenzial digitaler Zwillinge geht jedoch weit über die Produktionsoptimierung hinaus – es betrifft die gesamte Wertschöpfungskette. „Vom Vertrieb bis zur Logistik bauen viele Prozesse auf den Daten aus der Produktion auf und umgekehrt. Schon heute sind viele Schritte, aber bei weitem nicht alle automatisiert“, sagt Filipp Pühringer.